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	<title>Geburten | Geburtshaus Hamburg Blog</title>
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	<description>Neuigkeiten, Hintergründe, Persönliches &#38; mehr</description>
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	<title>Geburten | Geburtshaus Hamburg Blog</title>
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		<title>Geburtsvorbereitungskurs für Frauen, die allein erziehen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Petra]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 23 Jun 2023 09:02:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Angebote]]></category>
		<category><![CDATA[Geburten]]></category>
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					<description><![CDATA[Seit einem halben Jahr bietet das Geburtshaus Geburtsvorbereitungskurse für Frauen an, die ohne Partner*in ein Kind erwarten. Entstanden aus dem Impuls unserer Kursleiterin Hebamme Maria Weber, die in ihren „gemischten“ Frauenkursen den Bedarf erkannte und ein eigenes Angebot entwickelte. In unserem aktuellen Kurs durften wir vier Frauen befragen &#8211; was für sie das Besondere an [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Seit einem halben Jahr bietet das Geburtshaus Geburtsvorbereitungskurse für Frauen an, die ohne Partner*in ein Kind erwarten. Entstanden aus dem Impuls unserer Kursleiterin Hebamme Maria Weber, die in ihren „gemischten“ Frauenkursen den Bedarf erkannte und ein eigenes Angebot entwickelte. In unserem aktuellen Kurs durften wir vier Frauen befragen &#8211; was für sie das Besondere an einem Geburtsvorbereitungskurs für Singles ist. Ihre Antworten haben wir hier zusammengefasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wie findet man so ein Angebot?</strong><br>Insgesamt war das gar nicht so einfach und es gibt nicht viele Stellen, die dieses Angebot machen. Daher war Google mit der Suchabfrage „Geburtsvorbereitung alleinerziehend“ oder „Geburtsvorbereitung für Singles“ hilfreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><br><strong>Was macht diesen Kurs besonders?</strong><br>Fast alle wären in einem gemischten Kurs gelandet und sind jetzt froh, dieses besondere Angebot gefunden zu haben. Es ist in jedem Fall viel schöner, einen Kurs zu besuchen, wo sie „im gleichen Boot sitzen“. In ihren vergleichbaren Situation fühlen sie sich besser verstanden und gut aufgehoben, individuelle Gefühle und die besonderen Umstände finden hier Raum. <br>„Ein „ gemischter“ Kurs mit Paaren wäre für mich total komisch gewesen. Es ist ein doofes Gefühl sagen zu müssen <em>bei mir hat es nicht geklappt</em> oder <em>Ich war auch eine Zeit lang eifersüchtig &#8211; auf Paare</em>.“ Hier sind andere Themen wichtig: Was mache ich, wenn ich zu Geburtsbeginn allein Zuhause bin? ,Was kann passieren, wenn ich allein zur Geburt gehe?, Wer kann mich im Wochenbett unterstützen? Schwangere ohne Partner*innen treffen immer noch auf Vorurteile, sie erhalten unangenehme Blicke &#8211; auch negative Erfahrungen können im Kurs ausgetauscht werden – das tut gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Was ist der Türöffner für den Kurs, mit welchen Worten würdet ihr ihn empfehlen?</strong><br>„ Wir sitzen hier nicht im Drama 😊“. Der Kurs ist total bestärkend und nicht runterziehend – eher mutmachend. Man fühlt sich nicht allein, das beruhigt und nimmt Stress.“</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Habt ihr Anregungen für uns?</strong><br>Einen Alleinerziehenden-Treff bis zum Ende des ersten Lebensjahres des Kindes im Geburtshaus fänden alle schön.<br>Und es wäre wichtig, dieses einzigartige Angebot in die Öffentlichkeit zu bringen, damit mehr Frauen den Kurs in Anspruch nehmen könnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Wir bedanken uns herzlich bei Ruth, Dilara, Rike und Jette für ihre Offenheit und ihre Zeit.</strong></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Liebe Maria, was ist denn das Besondere an einem Alleinerziehenden-Kurs aus deiner Sicht als Kursleiterin?</strong><br>&#8222;Für mich als Kursleiterin für Geburtsvorbereitung wurde es in den letzten Jahren zunehmend schwerer planbar, die Kurse für Frauen zu gestalten. Ich fand mich vor sehr gemischten Frauengruppen wieder, deren persönliche Hintergründe sehr unterschiedlich waren. Da waren die Frauen, die ihr zweites oder drittes Kind erwarteten und sich in ihrem turbulenten Arbeits- und Familienalltag ein Mal in der Woche in Ruhe dem kommenden Baby und der jetzigen Schwangerschaft widmen wollten.<br>Es kamen auch Frauen, die mit ihrem ersten Kind schwanger waren, deren Partner*innen aber aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht an einem Geburtsvorbereitungs-Kurs teilnehmen konnten oder wollten. Und die „klassisch“ alleinerziehenden Frauen, die vor vielfältigen Hintergründen schwanger wurden und sich ihrer Situation eigenständig und allein stellen.<br>Hier sah ich einerseits sehr junge Frauen, denen die Schwangerschaft „plötzlich passiert ist“ und andererseits Frauen, die sich bewusst entschieden haben, ein Baby zu bekommen, ohne festen Partner und physischen Vater.<br>Diese bunte Interessenlage hat mich veranlasst, Kurse anzubieten, die sich ausschließlich an Frauen wenden, die allein sind in der Schwangerschaft. Die zum überwiegenden Teil planen, allein in die Geburt zu gehen, das Wochenbett und das Leben mit Baby allein zu bewältigen. Diese Lebensform ist wenig beachtet und wenig betreut.&#8220;<br></p>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>Die Kursinhalte sind identisch zu den klassischen Geburtsvorbereitungs-Kursen</strong>:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Geburtsbeginn, was tue ich dann?</li>



<li>Die Phasen der Geburt</li>



<li>Atem- und Entspannungsübungen</li>



<li>Positionen und Körperhaltungen für die Wehen und für die Geburt</li>



<li>Selbstbestimmung der Frau während der Wehen</li>



<li>Schmerzmittel und notwendige ärztliche Eingriffe wie z.B. PDA, Saugglockengeburt und Kaiserschnitt</li>



<li>Beckenboden und Verletzungsprophylaxe</li>



<li>Das Wochenbett und Stillen</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"><strong>In den Kursen für alleinerziehende Mütter sind zusätzliche Themen im Schwerpunkt:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Wie fühle ich mich allein schwanger?</li>



<li>Wer bietet mir Unterstützung?</li>



<li>Gibt es eine Begleitung bei der Geburt?</li>



<li>Wo finde ich eine Sozialberatung?</li>



<li>Wie bekomme ich finanzielle Hilfe?</li>



<li>Wie positioniere ich mich hinsichtlich der Vaterschaftsanerkennung vor dem Jugendamt?</li>



<li>Welche Rechte und Pflichten hat ein physischer Vater?</li>



<li>&#8230; und welche Haltung habe ich dazu als Mutter?</li>



<li>Wie wichtig ist die Hebammenbetreuung schon in der Schwangerschaft und im ersten Lebensjahr des Babys?</li>



<li>Organisation der Unterstützung im Wochenbett hinsichtlich der eigenen Familie und Freund*innen und ggf. professionellen Haushaltshilfen</li>



<li>Vernetzung der Kursteilnehmerinnen untereinander, aber auch Vernetzungsangebote mit Frühen Hilfen, Alleinerziehenden-Treffpunkten, Stilltreffs und Babygruppen im ersten Lebensjahr etc.</li>



<li>Umgang mit ambivalenten Gefühlen gegenüber dem Baby, Schwermut in der Schwangerschaft und Wochenbettdepression</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Vor dem Hintergrund der letzten Kurse, die ich in diesem Format geben durfte, ziehe ich meinen Hut vor den Frauen, die ich kennenlernen durfte. Sie sind stark und / oder wurden stärker in ihrer Selbstbestimmung. Einige von ihnen traf ich nach der Geburt, in meinem offenen Babytreff wieder. Es war schön zu sehen, dass ihr Leben Fahrt aufgenommen hat und sie zurechtkommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für alle Schwierigkeiten, die sich ergeben können haben wir die Offene Hebammensprechstunde oder ihr kommt zu Einzel-Terminen zu mir.&#8220;</p>



<p class="has-medium-font-size wp-block-paragraph">Der nächste <a href="https://www.geburtshaus-hamburg.de/angebote---kurse/kurse-in-der-schwangerschaft/geburtsvorbereitung-fuer-frauen/">Geburtsvorbereitungskurs für Alleinerziehende</a> beginnt am 17. Juli 2023</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Meilensteine &#8211; 30 Jahre Geburtshaus Hamburg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Geburtshaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2022 10:42:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Düt un Dat]]></category>
		<category><![CDATA[Geburten]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p style="line-height: 21px; text-align: left;"><span style="font-family: Lucida Sans Unicode,Lucida Grande,sans-serif;"><span style="font-size: 14px;"><span style="color: #bdc3c7;"><span style="color: #808080;">Vor 30 Jahren gründeten zehn Hebammen und eine Yogalehrerin das Geburtshaus, um Hamburger Frauen die Möglichkeit einer aktiven und selbstbestimmten Geburt zu geben. Unsere Geburtshilfe sollte unterstützend, würdevoll und frauenfreundlich sein. Jede Frau sollte wissen und spüren, dass die Geburt ihres Kindes auch für die Hebammen an ihrer Seite einzigartig und etwas ganz Besonderes ist.</span></span></span></span></p>
<p>So entstand ein Ort für Frauen, ihre Kinder und Familien sowie für Hebammen, an dem die Ressource Zeit eine besondere Aufmerksamkeit erhält. Bis heute hat sich daran nichts geändert: Wir nehmen uns Zeit für Frauen und Familien und bieten Ihnen mit vielfältigen Angeboten einen geschützten Ort für alle Phasen und Formen der Familienwerdung. Wir nehmen uns Zeit für Teamarbeit, für Qualitätsstandards, für Austausch und Weiterentwicklung und für die Gestaltung eines Arbeitsplatzes, der uns Freude macht.</p>
<p>Das Geburtshaus leistet damit einen erheblichen Beitrag zur Versorgung von Hamburger*innen durch Hebammenhilfe und ist als Zentrum ganzheitlicher außerklinischer Geburtshilfe aus Hamburg heute nicht mehr wegzudenken. Ein Team von 20 Hebammen bietet Familien vielfältige Angebote vom Beginn der Schwangerschaft über die Betreuung unter der Geburt bis zum ersten Lebensjahr des Kindes.</p>
<p style="line-height: 21px; text-align: left;"><span style="font-family: Lucida Sans Unicode,Lucida Grande,sans-serif;"><span style="font-size: 14px;"><span style="color: #bdc3c7;"><span style="color: #808080;">In 30 Jahren</span><br /><span style="color: #808080;">… wurden 5.777 Geburten betreut.</span><br /><span style="color: #808080;">… arbeiteten hier 107 Hebammen.</span><br /><span style="color: #808080;">… bildeten wir über 150 Hebammen mit aus.</span><br /><span style="color: #808080;">… gingen wir immer wieder mit Euch auf die Straße, um für den Erhalt der außerklinischen Geburtshilfe zu demonstrieren.</span><br /></span><br /></span></span></p>
<div style="line-height: 21px; text-align: center;"><span style="font-family: Lucida Sans Unicode,Lucida Grande,sans-serif;"><span style="font-size: 14px;"></span></span></div></div>
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		<title>Unser Baby 4.000 ist da &#8211; herzlich willkommen, kleine Tia!</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Petra]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Jan 2022 14:03:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geburten]]></category>
		<category><![CDATA[4000 Babys]]></category>
		<category><![CDATA[Geburt]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder können ruhig kommen]]></category>
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				<div class="et_pb_text_inner"><p class="wp-block-paragraph">In der Nacht zu Mittwoch, den 12. Januar 2022, um 0.41 Uhr, ist Tia geboren. Sie ist das 4.000ste Baby, das im Geburtshaus Hamburg zur Welt gekommen ist. Die kleine Wilhelmsburgerin ist 3825 Gramm schwer und 53 cm groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hebammen Anne und Nina freuen sich ganz besonders über dieses Baby, das zu Beginn des 30. Jubiläumsjahres geboren ist. Im Team haben die beiden Mutter Jone bei der Geburt unterstützt. Auch Tias große Schwester Eida ist im Geburtshaus Hamburg geboren &#8211; im 25. Jubiläumsjahr 2017. Die Eltern Jone und Mirco schätzen die Philosophie „Kinder können ruhig kommen“, sie vertrauen in den Prozess der natürlichen Geburt und in die individuelle Unterstützung durch ihre Hebammen. Jone hat ganz bewusst sehr ruhig und sehr &#8222;für sich&#8220; geboren. Nur etwas mehr als eine Stunde nach Ankunft des Paares im Geburtshaus ist die kleine Tia in der Geburtsbadewanne auf die Welt gekommen. Gegen 5.00 Uhr morgens sind die glücklichen Eltern nach Wilhelmsburg aufgebrochen, dort wartet Eida.</p></div>
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			</item>
		<item>
		<title>Kulturwandel in der Geburtshilfe?</title>
		<link>https://blog.geburtshaus-hamburg.de/2021/05/05/neue-leitlinien-fuer-geburten/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Geburtshaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 May 2021 11:35:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geburten]]></category>
		<category><![CDATA[Leitlinien]]></category>
		<category><![CDATA[natürliche Geburt]]></category>
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					<description><![CDATA[]]></description>
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				<div class="et_pb_text_inner"><!-- divi:paragraph --></p>
<p>Am heutigen internationalen Hebammentag machen wir aufmerksam auf unser Handwerk. Unsere Unterstützung bei Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett ist unersetzlich. Unser Wissen basiert auf jahrhundertelanger Erfahrung und ist heute, kombiniert mit evidenzbasierter Wissenschaft auf dem aktuellsten Stand der Medizin.</p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p>Ein guter Anhaltspunkt hierfür sind sogenannte Leitlinien. Unsere Kollegin Lena hat zum aktuellen Thema der neuen Leitlinie zur vaginalen Geburt einmal zusammen gefasst, warum Leitlinien nicht nur für Hebammen, sondern gerade für betreute Paare von großer Relevanz sind und was sie im Groben empfehlen.</p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:separator --></p>
<hr class="wp-block-separator"/>
<!-- /divi:separator --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p><em>Kulturwandel in der Geburtshilfe? Die neue Leitlinie „die vaginale Geburt am Termin“</em><br />Seit Ende letzten Jahres ist in der Geburtshilfe von bahnbrechenden Neuerungen zu hören, von einem Kulturwandel in der Geburtshilfe, einer Revolution. Der Grund für die Aufregung: Nach fünfjähriger Arbeit ist die Leitlinie „die vaginale Geburt am Termin“ veröffentlicht worden, die Empfehlungen für die Begleitung von Geburten zwischen SSW 37+0 und 42+0 nach gesunden „Einlings“schwangerschaften gibt.</p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p><em>Warum eine Leitlinie etwas verändern kann.</em><br />Leitlinien spielen in der Medizin und auch in der Geburtshilfe eine wichtige Rolle. Sie sind Entscheidungshilfen für die Praxis, die rechtlich nicht bindend sind, aber einen starken Empfehlungscharakter haben. Dies gilt umso mehr, je höher der qualitative Standard einer Leitlinie ist. Gerade Leitlinie der höchsten Klassifikation „S3“ wie „die vaginale Geburt am Termin“ gehören zum Abbild des fachlichen Standards, den jede Fachperson kennen sollte. Sie haben somit das Potenzial, geburtshilfliches Handeln im großen Kontext zu prägen.</p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p><em>Was ist das Besondere an dieser Leitlinie?</em><br />Seit Generationen machen Eltern und kritische Fachgruppen in Deutschland auf Missstände in der Geburtshilfe aufmerksam. Sie decken auf, dass negative Erfahrungen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett keine Einzelschicksale sind, sondern oftmals systemische Probleme der geburtshilflichen Institutionen und der Geburtskultur dahinter liegen. Das Private ist politisch! Über solche Kritik hinaus, Reflexion und Veränderungen der Praxis zu fordern, erschien lange Zeit wenig aussichtsreich. Die geburtshilflichen Strukturen sind hierarchisch geprägt und beständig, Veränderungen entsprechend mühsam zu erreichen. Auch in der Einleitung der neuen Leitlinie wird darauf hingewiesen „[…] dass mitunter tradierte Maßnahmen unreflektiert und unter Verzicht einer wissenschaftlichen Grundlage über Generationen weitergegeben wurden.“ (S.9).</p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p>Als S3-Leitlinie legen die neuen Handlungsempfehlungen nun aber einen Anspruch zugrunde, den man als „Evidenz vor Eminenz“ umschreiben könnte. Evidenz ist dabei nicht nur als wissenschaftlich höchstes Niveau auf Grundlage von hochwertigen Studien und Expertise der beteiligten Fachgesellschaften zu verstehen, sondern beinhaltet auch den Einbezug der Wünsche und Präferenzen der betroffenen Personen – der Familien.</p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p><em>Ganz in diesem Sinne hat mit Mother Hood erstmals eine Elterninitiative bei der Erarbeitung einer geburtshilflichen Leitlinie mitgewirkt. Und neben Ärzt*Innen haben Hebammen die Federführung in der Ausarbeitung übernommen<br />… und das ist nicht nur eine Formalie, sondern spiegelt sich inhaltlich wider &#8211; die Empfehlungen sind im Vergleich zum Status quo wirklich bahnbrechend.</em></p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p>Der hebammenspezifische und auch der familienorientierte Blick ist in der Leitlinie deutlich vertreten – Fokus ist die Selbstbestimmung der Gebärenden und die Frage, wie Geburt als gesunder Prozess gefördert werden kann. Für uns Geburtshaushebammen ist das schon sehr besonders und zukunftsweisend: Viele Handlungsprinzipien, die Hebammen schon lange umsetzen – auch und gerade in der außerklinischen Arbeit – werden nun durch Evidenzen gestützt und haben ihren Weg in die Empfehlungen gefunden.</p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p><em>Was bedeutet das konkret für Mütter / Kinder / Eltern?</em> <br />Einige Beispiele für wegweisende Empfehlungen:</p>
<p><!-- /divi:paragraph --></p>
<p><!-- divi:paragraph --></p>
<p>• Frauen sollen ausführlich und mit Zugang zu wissenschaftlich fundierten Informationen beraten und aufgeklärt werden, um selbstbestimmte Entscheidungen treffen zu können.</p>
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<p>• Frauen sollen eine objektive Beratung zu allen Geburtsorten und -möglichkeiten erhalten – ohne persönliche Sichtweisen und Urteilen von Fachpersonen.</p>
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<p>• Während in vielen Klinikstandards klare Zeitangaben für die jeweilige Dauer der einzelnen Geburtsphasen gemacht werden, unterteilt die neue Leitlinie die Phasen jeweils in einen passiven und einen aktiven Teil. Während der passiven Phasen wird nicht mit einem „Fortschritt“ der Geburt gerechnet – was unter dem Strich zu weniger Zeitdruck im Kreißsaal führt.</p>
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<p>• Frauen soll spätestens in der aktiven zweiten Phase der Geburt eine 1-zu-1-Betreuung durch eine Hebamme zugänglich sein.</p>
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<p>• Es hat sich gezeigt, dass eine routinemäßige CTG-Überwachung bei unauffälligen Geburten keine Vorteile für Mutter und Kind bietet, aber zu erhöhten Interventionsraten führt. Daher sollen die kindlichen Herztöne per Höhrohr oder Dopton erfasst werden. In der Regel bietet das der Mutter mehr Bewegungsspielraum.</p>
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<p>• Nach der Geburt sollen Frauen sobald wie möglich zu Haut-zu-Haut-Kontakt mit ihrem Kind ermutigt werden. Währenddessen sollen alle Maßnahmen des Personals so weit wie möglich reduziert werden.</p>
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<p>Einige dieser Empfehlungen klingen erstmal selbstverständlich – in der Praxis zeigt sich aber, dass oftmals Luft nach oben ist. Andere Empfehlungen lassen sich unter den derzeitigen Bedingungen noch nicht immer umsetzen – z.B. kann die Herztonkontrolle mit dem Dopton nur durchgeführt werden, wenn wirklich eine 1-zu-1-Betreuung gegeben ist – und die erscheint in vielen Kreißsälen aufgrund von Personalmangel noch unrealistisch. Aber: Die Leitlinie bietet den Kliniken die Möglichkeit, Forderungen nach Maßnahmen für mehr Personal an die Politik zu stellen. Eltern bietet sie eine Grundlage, solches klinisches Engagement einzufordern.</p>
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<p>Ist die neue Leitlinie also ein Kulturwandel in der Geburtshilfe?<br />Wir finden: noch nicht &#8211; aber ein großer Schritt auf einem guten Weg, der zeigt, dass unmöglich Geglaubtes realisierbar werden kann. Die Qualität der Leitlinie ist nicht vom Himmel gefallen, sie ist auch als ein deutliches Zeichen zu sehen, dass sich Bewegungsarbeit lohnt und dass zukünftig mit den Stimmen der Eltern und Hebammen in geburtshilflichen Handlungsempfehlungen mehr und mehr zu rechnen ist. Ein Zeichen, dass wir gerade heute am Welthebammentag, an dem viele Eltern und Hebammen politisch aktiv werden, gut gebrauchen können!</p>
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<p>Wir hoffen, wir haben euch nun neugierig gemacht und empfehlen zur weiteren Information über die Empfehlungen der Leitlinie diesen <a href="https://www.mother-hood.de/aktuelles/erste-medizinische-leitlinie-fuer-vaginale-geburten-entstand-mit-beteiligung-von-eltern/">Artikel von MotherHood</a> und dieses <a href="https://die-friedliche-geburt.de/2021/02/21/171-meditation-liebesbeziehung-♥/">Interview von Kristin Graf mit der Hebamme Christiane Schwarz</a>, die an der Leitlinie mitgearbeitet hat.</p>
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<p>Auch die <a href="https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/015-083.html">Leitlinie</a> selbst ist frei zugänglich &#8211; allerdings sind Kurz- und Langfassung mit 126 bzw. 219 Seiten umfangreiche Lektüre. Eine Fassung in laienverständlicher Sprache ist in Planung.</p>
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<p>Text: Lena Hamann</p>
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<p>Foto: Carlo Navarro / Unsplash</p>
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		<title>Baby-Rekordjahr 2020</title>
		<link>https://blog.geburtshaus-hamburg.de/2021/01/19/geburtenrekord/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Geburtshaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Jan 2021 13:24:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geburten]]></category>
		<category><![CDATA[außerklinische Geburt]]></category>
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					<description><![CDATA[Kinder können ruhig kommen &#8211; im letzten Jahr waren es so viele, wie noch nie zuvor. Und hier im Geburtshaus, wo es seit März 2020 so ruhig ist wie noch nie, kamen im vergangenen Jahr insgesamt 185 Babys zur Welt. Das sind &#8230; mehr als im Vorjahr. Seit langem schon, steigt die Nachfrage an individueller [&#8230;]]]></description>
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<p class="wp-block-paragraph">Kinder können ruhig kommen &#8211; im letzten Jahr waren es so viele, wie noch nie zuvor. Und hier im Geburtshaus, wo es seit März 2020 so ruhig ist wie noch nie, kamen im vergangenen Jahr insgesamt 185 Babys zur Welt. Das sind &#8230; mehr als im Vorjahr. Seit langem schon, steigt die Nachfrage an individueller Geburtsbetreuung. Viele werdende Familien wünschen sich eine selbstbestimmte Geburt in ruhiger und geschützter Atmosphäre, in der individuelle Wünsche und Vertrauen an oberster Stelle stehen.<br></p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Corona-Situation hat diesen Trend noch verstärkt. Wir sind sehr froh, Euch auch unter den Bedingungen der Pandemie einen geschützten Raum, Zeit und eine intensive Eins-zu-Eins Betreuung bieten zu können. Und wir sind stolz, dass wir fast alle Beratungen und Kurse rund um die Geburt online anbieten können. So sind wir trotz der Pandemie mit Euch in gutem Kontakt und können unseren „Job machen&#8220;. Wir hoffen sehr, Euch ganz bald wieder „in echt“ zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es grüßen aus dem Geburtshaus Hamburg<br>Eure Hebammen</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Foto: Melanie Freiesleben</p>
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